Institut für Volkskunde
der Deutschen des östlichen Europa
IVDE Freiburg
 
Quartalston 2/2020

Heimattreffen in der Ermländersiedlung

In dem im August 1952 in der Ermländersiedlung in Cassel bei Ahrbrück aufgenommenen Tonbeispiel wird vom dortigen Treffen der Gemeinschaft „Junges Ermland“ an Pfingsten 1952 berichtet.
Vor allem die Gastfreundschaft der Ermländer begeisterte den Erzähler: Jede Familie nahm eine Gruppe Jugendlicher auf und verpflegte sie.

Die Jugendorganisation „Junges Ermland“ existierte seit 1947.
In ihren Anfangsjahren bot sie jungen Vertriebenen aus dem Ermland, die verstreut in den westlichen Besatzungszonen und der späteren BRD lebten, die Möglichkeit, sich wiederzusehen, alte Kontakte zu erneuern und neue zu knüpfen. Zu regionalen und bundesweiten Treffen reisten die Mitglieder aus ganz Deutschland an.

Aus der Erzählung wird deutlich, dass auch diese Heimattreffen bereits früh durch eine Verbindung von Politik und Heimweh gekennzeichnet waren. Als Gast des Treffens von 1952 wird zum Beispiel neben dem Prälaten Arthur Kather auch Linus Kather genannt, der damals Mitglied des Bundesvorstandes der CDU war und von 1949 bis 1958 das Amt des Vorsitzenden des Zentralverbands vertriebener Deutscher (ZvD) bzw. des Bundes vertriebener Deutscher (BVD), einer Vorläuferorganisation des Bundes der Vertriebenen, innehatte.

Tonarchiv des IVDE, Band 58/I, aufgenommen in Cassel bei Ahrbrück/Eifel
am 22. August 1952.

Tonarchiv: Dr. Elisabeth Fendl
Als PDF speichern